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Dr. Michael Allgäuer, Leiter der Klinik für Strahlentherapie und die MTRA (Med.-techn. Radiologieassistentin)Katrin Grummt, bei der Bestrahlung am neuen Beschleuniger.

Neuer Linearbeschleuniger bei den Barmherzigen Brüdern
Klinik für Strahlentherapie mit Präzisionsbeschleuniger führend mit großen Tumorzentren / Deutschlandweit sieben Geräte 

Regensburg. (16.02.2006) Die moderne Strahlentherapie nimmt als eine der tragenden Säulen in der Tumortherapie einen immer höheren Stellenwert bei der Behandlung zahlreicher Tumorarten ein. Die Klinik für Strahlentherapie am Krankenhaus Barmherzige Brüder erhält nun mit dem neuen Präzisions-Linearbeschleuniger ein Gerät der neuesten Generation zur Behandlung krebskranker Patienten. Dieser zwei Millionen Euro teure Beschleuniger mit CT-Zusatz ist die einzige Installation in Süd- und Ostbayern und eines von nur sieben Geräten deutschlandweit.
Besser sehen, besser planen, besser bestrahlen

Die Strahlentherapeuten waren bisher auf die Abbildung von Skelettstrukturen wie beim Röntgenbild angewiesen, um die zu bestrahlende Region exakt zu treffen. Die Haut des Patienten aber ist beweglich, Weichteile sind gegenüber Knochenstrukturen verschieblich, so dass ein Sicherheitssaum um das Zielgebiet einkalkuliert werden musste. Mit dem neuen Gerät ist nun mit CT-Technik die Darstellung von Weichteilen auf dem Bestrahlungstisch hoch präzise möglich. Diese Bilder stehen dem Strahlentherapeuten in Echtzeit zur Verfügung: eine evtl. Verschiebung des Zielgebietes wird erkannt, der motorisch gesteuerte Bestrahlungstisch fährt in allen Dimensionen den Patienten in die exakte Position. So können Hochpräzisionstechniken wie die intensitätsmodulierte Bestrahlung (IMRT), die hier vor Jahren an einer der ersten Kliniken Bayerns eingeführt wurde, noch effizienter umgesetzt werden. 

“Das neue Gerät, mit dem wir auf gleicher Augenhöhe mit den führenden Krebszentren der Welt liegen, eröffnet uns nun eine neue Dimension der Strahlentherapie: mit chirurgischer Präzision erreichen wir Krankheitsherde mit tumorvernichtenden Dosierungen. Wir können im Gegensatz zur herkömmlichen Technik in neue Dosisbereiche vorstoßen, wo wir vielen Patienten ganz neue Chancen eröffnen, und dies bei weniger Nebenwirkungen”, schwärmte Dr. Michael Allgäuer, Leiter der Klinik für Strahlentherapie am Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg.

Anwendung in erster Linie bei Prostatakrebs, Lungenkrebs, Enddarmkrebs und Brustkrebs

Jeder dritte bis vierte Mensch erkrankt im Laufe seines Lebens an Krebs, vier von 10 Patienten werden im Rahmen ihrer Tumortherapie bestrahlt. Nach der Chirurgie ist die Strahlentherapie die effektivste Möglichkeit, Krebserkrankungen zu behandeln und ist mit 40% an einer Heilung beteiligt. Die Strahlentherapie ist trotz ihres hohen technologischen Aufwandes eine der kostengünstigsten Krebstherapien überhaupt.  Die meisten Behandlungen können dabei ambulant erfolgen.

Von der neuen Technik profitieren nun alle Patienten, die eine hochdosierte Bestrahlung in kleinem Volumen benötigen: dies sind in erster Linie Patienten mit Prostatakrebs, Lungenkrebs, Enddarmkrebs und bestimmte Arten von Brustkrebs.  Bei Patientinnen mit Brustkrebs im Frühstadium bestehen nun verbesserte Möglichkeiten, auf besonders schonende Weise anstatt der ganzen Brust auch nur Teile davon sehr gezielt zu bestrahlen,

“Ein ganz wesentlicher Schwerpunkt unseres Krankenhauses ist die umfassende Therapie von Tumorerkrankungen. Hier ist es besonders wichtig, die optimale pflegerische und ärztliche Behandlung mit allen Möglichkeiten heutiger Spitzentechnologie zu unterstützen. Deshalb haben wir aus eigenen Mitteln in die Optimierung der Versorgung unserer ambulanten und stationären Patienten investiert und mit diesem Gerät einen großen Schritt getan”, so Gesamteiter Dr. Andreas Kestler.

Medizin im Team

Der Strahlentherapeut ist eingebunden in ein großes Team. Dazu gehören u.a. die operativ tätigen Ärzte, die Onkologen, Radiologen, Strahlenphysiker, die Psychologen, Physiotherapeuten, Fachpflegekräfte und nicht zuletzt die Seelsorger. Hinzu kommt die Vernetzung in der Stadt und in der Region.

Dies betont auch Dr. Allgäuer: “Wir konferieren hausintern mehrmals wöchentlich in Tumorkonferenzen mit den entsprechenden Fachabteilungen, wo alle schwierigen Fälle im Kollegium besprochen werden. Treten unvorhersehbare Probleme oder Begleiterkrankungen während Strahlentherapie auf, so ist die Anbindung eines Patienten an ein großes Zentrum mitunter lebensrettend.”

Einen großer Stellenwert in der Versorgung der Tumorpatienten hat die enge Zusammenarbeit mit Hausärzten, Fachärzten  und Krankenhäusern in Heimatnähe: Es erfolgt  ein reger Austausch telefonisch, in Videokonferenzen sowie durch Telemedizin: viele Fragen lassen sich so oft schon im Vorfeld einer Patientenvorstellung lösen und manch unnötiger Transport wird vermieden. Als einzige Strahlentherapie in Ostbayern hält das Team um Dr. Allgäuer zudem einen Notfalldienst aufrecht, der auch an Wochenenden und Feiertagen eine Rundum-Versorgung gewährleistet.