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Interstitielle Brachytherapie

Interstitielle Brachytherapie  (Kurzdistanzbestrahlung)

Hier: Multizentrische Phase III Studie:

Alleinige interstitielle Brachytherapie versus externer Ganz Brust-Bestrahlung nach brusterhaltender Operation der weiblichen Brust

Unter interstitieller Brachytherapie versteht man die „Bestrahlung eines Gewebes von innen“: Hohlnadeln oder Plastikkatheder werden in das Gewebe implantiert, über die eine Bestrahlungsquelle computergesteuert zielgenau eingebracht wird.

Damit ist es möglich, hohe und damit sehr gut tumorwirksame Bestrahlungsdosen in den Krankheitsherd zu bringen bei weitgehender Entlastung umliegenden gesunden Gewebes, insbesondere auch der Haut.

Unsere Abteilung nimmt gemeinsam mit 10 weiteren europäischen Zentren an dieser Studie der ESTRO (European Society for Therapeutic Radiology and Oncology) teil, innerhalb derer Patientinnen mit Brustkrebs oder DCIS (Vorstufe) nach brusterhaltender Therapie interstitiell (Teilbrustbestrahlung) oder alternativ konventionell durch Bestrahlung von außen (ganze Brust) behandelt werden können, wenn entsprechende Voraussetzungen erfüllt sind.

Für die Patientinnen bedeutet dies, dass bei interstitieller Strahlentherapie die Therapie nur 1 Woche (stationär) dauert im Gegensatz zur konventionellen Bestrahlung, welche über 6 Wochen in Anspruch nimmt (ambulant). Am ersten Tag werden im Bereich des ehemaligen Tumorbettes sogenannte Brachytherapiekatheter implantiert, welche über 5 Tage in der Brust verbleiben. Dies geschieht in örtlicher Betäubung, eine Narkose ist für diesen Eingriff nicht erforderlich. Danach wird die sehr aufwendige Bestrahlungsplanung durchgeführt, auf deren Basis an den folgenden 4 Tagen jeweils zwei mal täglich die Bestrahlung im sogenannten Afterloadingverfahren durchgeführt wird. Nach der 8. Bestrahlung werden die Katheter entfernt und die Patientin kann in Bälde das Krankenhaus verlassen. Die Strahlentherapie ist damit abgeschlossen.

Im weiteren Verlauf folgen Nachsorgeuntersuchungen in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kollegen gemäß dem Studienprotokoll.

Diese Therapieform ist für gewöhnlich sehr gut verträglich, bietet neben der Kürze der Dauer auch weitere, insbesondere kosmetische Vorteile und ist nach jetzigem Kenntnisstand der konventionellen Bestrahlung bezüglich der Tumorkontrolle gleichwertig.

Für Rückfragen bezüglich dieser neuen Therapieform stehen wir gerne zur Verfügung