Sie sind hier: Darmzentrum/Wissenswertes über Darmkrebs/Entstehung von Darmkrebs/

Entstehung von Darmkrebs

Wie entsteht Darmkrebs?

Fast jeder Darmkrebs entsteht aus einer zunächst gutartigen Geschwulst, einem so genannten Polypen. Den Entwicklungsprozess von einem gutartigen Darmpolypen, dem Adenom, zu einem letztendlich bösartigen Krebs, dem Karzinom, nennt man Adenom-Karzinom-Sequenz. Dieser Prozess läuft über mehrere Jahre. Die Entartung der zunächst gutartigen Zellen erfolgt durch aufeinanderfolgende Veränderungen im Erbgut der Schleimhaut-Zellen der Darmwand. Dies führt schließlich zum Verlust der natürlichen Wachstumskontrolle der Zellen, so dass sich diese als bösartige Krebszellen rasch vermehren und ausbreiten können. Man geht davon aus, dass sich der Darmkrebs innerhalb von bis zu zehn Jahren entwickeln kann. Ab dem 50. Lebensjahr nimmt die Häufigkeit des Darmkrebs sprunghaft zu. Daher ist es besonders wichtig, ab diesem Zeitpunkt regelmäßig an den Vorsorgeuntersuchungen teilzunehmen.

Wo bildet sich der Darmkrebs?

Jeder Abschnitt des Dickdarms und des Enddarms kann vom Darmkrebs betroffen sein. Vom Enddarm- beziehungsweise Mastdarmkrebs spricht man, wenn er bis zu einer Höhe von 16 cm Entfernung vom After auftritt. 60 Prozent aller Darmkrebse findet man im Mastdarm- (Rektumkarzinom) und im Krummdarmbereich (Sigmakarzinom). Der Mastdarm ist mit 40 Prozent aller Darmkrebse am häufigsten betroffen.

Schema der Dickdarmanatomie:
(1) Aufsteigender rechter Dickdarmschenkel (Colon ascendens)
(2) Querverlaufender Dickdarmschenkel (Colon transversum)
(3) Absteigender linker Dickdarmschenkel (Colon descendens)
(4) Sigma oder Krummdarm (Colon sigmoideum)
(5) Mastdarm oder Enddarm (Rektum)
Es fehlt die Markierung für den in der linken unteren Bildhälfte befindlichen Beginn des Dickdarms (Coecum) mit anhängendem Wurmfortsatz (Appendix).

Wie sind die Symptome?

Der Darmkrebs wächst in der Regel langsam und verursacht in frühen Tumorstadien oftmals keine Beschwerden. Welche Symptome beim weiteren Wachstum auftreten, hängt neben der Tumorgröße auch davon ab, ob der Stuhl im betroffenen Darmabschnitt fest (z. B. Enddarm) oder breiig ist (z.B. rechter Dickdarmschenkel). Folgende Symptome können beim Darmkrebs auftreten:
• Veränderte Stuhlgewohnheiten
• Wechsel von Verstopfung und Durchfall
• bleistiftdünner Stuhl oder gehäufter Stuhldrang, häufig ohne Stuhlentleerung
• Sichtbares Blut im oder auf dem Stuhl
• Allgemeinsymptome wie Leistungsabfall, Gewichtsabnahme und Müdigkeit bei ausgeprägter Blässe.
• wiederholte krampfartige Bauchschmerzen
• anhaltende Blähungen
• übelriechender Stuhl
• tastbare Verhärtungen im Bauchraum oder an den Leistenlymphknoten
• Gelegentlich Darmverschluss mit starken Bauchschmerzen und Erbrechen

Was sind die Risikofaktoren?

Wie wir heute wissen, spielen Faktoren der Ernährung eine überragende Rolle in der Dickdarmkrebs-Entstehung. Das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, ist bei fett- und fleischreicher sowie vitaminarmer Ernährung insbesondere verbunden mit Bewegungsmangel und Übergewicht deutlich erhöht. Alkohol und Nikotin haben ebenfalls einen negativen Einfluss auf die Gesundheit und begünstigen die Entstehung des Darmkrebses.

Weitere Risikofaktoren sind das Vorliegen einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, insbesondere der Colitis ulcerosa und des Morbus Crohns.

Wenn in einer Familie bereits ein Darmkrebs aufgetreten ist, haben auch die unmittelbaren Verwandten ein deutlich erhöhtes Risiko, einen Darmkrebs zu entwickeln. Dieses ist insbesondere dann erhöht, wenn das Familienmitglied mit Darmkrebs bereits in einem Alter von unter 50 Jahren erkrankt ist.

Neben dieser familiären Veranlagung gibt es echte vererbte Darmkrebs-Erkrankungen. In diesem Fall ist mit einer ganz hohen Wahrscheinlichkeit der Entstehung des Darmkrebses zu rechnen. Dazu gehören das so genannte hereditäre nicht-polypöse kolorektale Karzinom (HNPCC) und das familiäre Polyposis-Syndrom (FAP). Beim HNPCC treten in den betroffenen Familien auch in anderen Organen gehäuft Tumore auf - wie zum Beispiel Gebärmutterkrebs, Eierstockkrebs, Brustkrebs, Magenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs sowie Krebs im Nierenbecken und in den ableitenden Harnwegen. Das FAP-Syndrom ist durch hunderte von Darmpolypen gekennzeichnet, von denen einige mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bösartig werden, wenn sie nicht rechtzeitig abgetragen werden oder der kranke Darm operativ entfernt wird.

Durch gesunde Ernährung mit täglich Obst und Gemüse, einer Reduktion von Fleisch und Fett, einer Bevorzugung pflanzlicher Lebensmittel wie Getreide, Kartoffeln, und Hülsenfrüchte, ausreichend körperlicher Bewegung und Verzicht auf Nikotin und übermäßigen Alkoholkonsum kann jeder selbst zu einer sehr effektiven Vorbeugung des Dickdarmkrebses, aber auch anderer Krebsarten beitragen. Insbesondere sollten diese Maßnahmen sehr früh in die Erziehung der Kinder mit einbezogen werden.