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Computertomographie

Computertomographie - Schlüsselrolle zwischen Radiologischer Diagnostik und Strahlentherapie

Konventionelle Röntgenaufnahmen geben die 3-dimensionale Struktur eines Patienten auf einem 2-dimensionalen Film wieder. Damit ist es unmöglich, Strukturen in Ausbreitungsrichtung der Röntgenstrahlen räumlich aufzulösen, außerdem lassen sich Details in Weichteilen aufgrund der begrenzten Kontrastauflösung schwierig oder nicht erkennen. Mit der Computertomographie gelingt es, Schnittbilder mit hoher räumlicher Auflösung und auch Dichteauflösung zu erstellen.

Bei diesem Verfahren fällt ein schmales Röntgenstrahlenfeld auf eine abzubildende Schicht. Die Schwächung der Röntgenstrahlen wird mittels geeigneter Meßkammern registriert. Durch Rotation dieses Strahlenfeldes um die Körperachse erhält man durch gepulste Strahlung einen umfangreichen Datensatz, aus dem sich mittels spezieller mathematischer Verfahren das Querschnittsbild berechnen und darstellen läßt. Der Körper wird hierbei in zahlreichen Scheiben von 0,5 mm bis 10 mm Dicke ähnlich wie ein aufgeschnittener Brotleib dargestellt, die gewonnenen Schichtbilder können anschließend einzeln am Monitor dargestellt werden. Durch die Erstellung aufeinanderfolgender feiner bis feinster Schichten wird ein 3-dimensionaler Datensatz der untersuchten Region angefertigt. Anschließend ist es möglich, in beliebigen Schichten Bilder zu erzeugen (sogenannte sekundäre Rekonstruktionen).

Heutzutage sind mit modernen Geräten Aufnahmezeiten pro Schicht in Größenordnungen deutlich unter 1 Sekunde möglich, so dass selbst schwerkranke Patienten in sehr kurzer Zeit bei technisch brillanten Bildern untersucht werden können. Die Schichtdicke kann frei gewählt werden, bei uns in der Regel zwischen 0,5 mm und 10 mm. Mittels feinster Auflösungsverfahren lassen sich selbst Strukturen im Millimeterbereich (Gehörknöchelchen) einwandfrei abbilden. Lungenmetastasen sind bereits ab einer Größe von wenigen Millimetern erkennbar. Moderne CT-Geräte tasten die untersuchte Region mehrzeilig ab. Bei uns im Haus ist ein 16-zeiliges CT-Gerät und ein 20-zeiliges CT-Gerät neuerster Technik im Einsatz. Damit gelingt es, optimale Bilder in beliebigen Ebenen zu generieren bei gleichzeitig erheblicher Reduktion der Röntgenstrahlung.

Zur Verbesserung der Kontrastoptimierung zwischen unterschiedlichen Weichteilen und Darstellung der Durchblutungsverhältnisse ist häufig eine Kontrastmittel-Injektion erforderlich. Während des Untersuchungsganges wird über eine periphere Vene jodhaltiges Röntgenkontrastmittel injiziert, welches in unterschiedlicher, voraus bestimmbarer Dynamik den Körper durchflutet und so nochmals eine verbesserte Aussage bei bestimmten Organläsionen zuläßt.. Die Computertomographie ersetzt dabei zahlreiche anderweitige Untersuchungen häufig komplett, vermeidet sogar unnötige Operationen und erweist sich somit als außerordentlich wichtiges und ökonomisches Verfahren.

In der Strahlentherapie bösartiger Erkrankungen hat die Computertomographie einen erheblichen Innovationsschub ausgelöst: Erstmalig ließ sich ein Zielvolumen unter Einschluß der Lymphwege in allen Richtungen topographisch korrekt erfassen, so dass damit wichtige Voraussetzungen für die 3-dimensionale Bestrahlungsplanung geschaffen wurden. In unserer Abteilung wird seit 1979 Bestrahlungsplanung anhand von CT-Untersuchungen EDV-gestützt durchgeführt. Damals waren wir noch Pioniere auf dem Gebiet der CT-Planung, selbst große Kliniken sind meist erst 8 bis 10 Jahre später auf diese Art der Bestrahlungsplanung übergegangen. Heute lassen sich mit mehrzeiliger CT-Untersuchung und den gewonnenen Datensätzen auch hochkomplizierte kleinvolumige Präzisionsbestrahlungen in optimaler Weise vorauskalkulieren und umsetzen.