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Pränataldiagnostik und Pränatale Medizin

2-4% aller Kinder kommen mit angeborenen Fehlbildungen zur Welt. Durch eine qualifizierte Ultraschalldiagnostik (DEGUM-Stufe II oder III) können heutzutage 80-90 % der schwerwiegenden Fehlbildungen bereits vor der 24. Schwangerschaftswoche erkannt und damit rechtzeitig eine optimale Betreuung sichergestellt werden. Dabei legen wir Wert darauf, den Eltern das bestehende Krankheitsbild zu erklären und die nötigen Vorkehrungen zu treffen.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Als Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe Level I arbeiten in der Klinik St. Hedwig Geburtshelfer, Kinderärzte, Kinderchirurgen und Kinderurologen eng zusammen. Eine vorzeitige Beendigung der Schwangerschaft durch einen Kaiserschnitt ist nur in wenigen Fällen nötig, die meisten Frauen können ihr Kind trotz der bestehenden kindlichen Schädigung meist auf natürlichem Weg zur Welt bringen.

Herz- und Gefäßfehlbildungen am häufigsten

Angeborene Herz- und Gefäßfehlbildungen sind die häufigsten Fehlbildungsformen überhaupt. Wichtig im Hinblick auf die Betreuung während der Schwangerschaft und die Entbindungsplanung ist, dass die betroffenen Kinder unmittelbar nach der Geburt von einem erfahrenen Kinderkardiologen untersucht und versorgt werden. Die Geburt sollte daher immer an einem Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe Level I erfolgen.

First-Trimester-Screening

Das sogenannte First-Trimester-Screening ist eine nicht-invasive Methode zur Abschätzung des individuellen Risikos einer Chromosomenstörung des Ungeborenen. Zwischen der 12. und 14. Schwangerschaftswoche werden hierzu eine detaillierte Ultraschalluntersuchung einschließlich der Messung der sogenannten "Nackenfalte“ und eine Hormonbestimmung aus dem mütterlichen Blut durchgeführt. Unter Berücksichtigung des mütterlichen Alters und der erhobenen Messwerte ergibt sich eine individuell kalkulierte Risikoberechnung. Diese kann den werdenden Eltern die Entscheidung für oder gegen eine invasive Pränataldiganostik, wie beispielweise die Fruchtwasseruntersuchung, in vielen Fällen erleichtern.

Invasive Untersuchungsverfahren

Invasive Verfahren, wie die Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese), die Chorionzottenbiopsie oder Nabelschnurpunktion werden zur Untersuchung auf Chromosomenstörungen angewendet.

Beachten Sie bitte, dass seit 1. Februar 2010 mit Einführung des neuen Gendiagnostik-Gesetzes eine ausführliche Beratung der Schwangeren vor Durchführung einer invasiven pränatalen Diagnostik beziehungsweise eines „First-Trimester-Screenings“  notwendig geworden ist. 

Intrauterine Therapie

Eine so genannte "intrauterine Therapie“ ist in manchen Fällen notwendig, um ein erkranktes Baby im Mutterleib optimal auf die Geburt vorzubereiten beziehungsweise eine Verlängerung der Schwangerschaft zu erreichen.

Fetale Herzrhythmusstörungen

Fetale Herzrhythmusstörungen sind häufige und in der Regel harmlose Veränderungen. Sie lassen sich meist auf eine Unreife des Nervenreizleitungssystems zurückführen. In seltenen Fällen kommt es jedoch bereits im Mutterleib zu einer Abschwächung der Pumpfunktion und Wassereinlagerungen in bestimmten Körperregionen. Hier ist eine hochdosierte medikamentöse Therapie der Mutter mit transplazentarem Übergang der Medikamente auf das Kind erforderlich. Damit wird der Herzschlag des Kindes normalisiert und eine Verbesserung der Herzleistung erreicht.

Mütterliche Infektionen

Mütterliche Infektionen während der Schwangerschaft, wie zum Beispiel Ringelröteln, oder eine Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Mutter und Kind können in seltenen Fällen zu einer Blutarmut (Anämie) der Feten führen. Bei noch früher Schwangerschaftswoche ist hier in der Regel eine intrauterine Transfusion von Blutbestandteilen erforderlich, um eine regelrechte Entwicklung des Ungeborenen zu ermöglichen. Unter Ultraschallsicht wird hierzu die kindliche Nabelschnur punktiert und in Abhängigkeit vom Schweregrad der kindlichen Blutarmut direkt über den liegenden Zugang eine kleine Menge (circa 40-80 ml) speziell aufbereitetes Erythrozytenkonzentrat verabreicht. Häufig muss der Eingriff dann alle acht bis zehn Tage wiederholt werden, bis ein Schwangerschaftsalter erreicht ist, in dem das Kind ohne größere Probleme zur Welt kommen kann.

Schwangerenambulanz

Anmeldung über das Sekretariat der Poliklinik
Bianca Obermaier-Wilhelm und Angelika Holl
Tel. 0941 369-5204