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Krebs - Onkologische Kinderchirurgie

Die Behandlung von Krebserkrankungen bei Kindern erfolgt selten durch den Kinderchirurgen alleine. Neben der „klassischen“ Tätigkeit der operativen Entfernung von Geschwülsten beteiligen wir uns auch bei anderen Aufgaben im Rahmen einer fächerübergreifenden Behandlung.

Diagnostik

Hier kommen die Vorteile unserer minimal-invasiven Operationsverfahren zum Tragen. Stets erfolgen die Gewebeentnahmen auf dem Wege minimalisierter Zugangswege. Wenn es sich um Eingriffe in der Bauch- oder Brusthöhle handelt, nutzen wir unsere langjährige Erfahrung in der Schlüssellochchirurgie, der sogenannten Laparoskopie oder Thorakoskopie (VATS).

In die Bereiche minimal-invasiver Diagnostik und Metastasenchirurgie fallen auch die Möglichkeiten der radioisotopengestützten Chirurgie (RIGS). Hier werden über schwach radioaktive Substanzen, ähnlich der Schilddrüsenszintigrafie, befallene Bereiche markiert, die dann durch spezielle Sonden sowohl von außen durch die Haut wie auch bei der Operation im unmittelbaren Gewebekontakt erkennbar gemacht werden können. So werden beispielsweise Lymphknoten markiert, die wir dann selektiv entfernen und untersuchen. Das Gleiche gilt für Metastasen, die andernfalls nicht vom umgebenden Gewebe unterschieden werden können. 

Chemotherapie

Die Zufuhr von Chemotherapeutika erfolgt in der Regel über fest implantierte venöse Verweilkatheter. Diese Katheter bringen wir im Rahmen eines kleinen chirurgischen Eingriffs ein und verankern sie dabei. In der Folgezeit gilt das Augenmerk der Vermeidung von Funktionsstörungen. Zur Sicherstellung einer ungestörten Katheterfunktion haben wir entsprechende Richtlinien erstellt, die im gesamten deutschsprachigen Raum zur Anwendung kommen.

Nach Beendigung der Therapie können wir diese Katheter in einem kleinen Eingriff wieder entfernen. Die bei uns implantierten Katheter unterliegen einer lückenlosen Qualitätskontrolle, da das Funktionieren dieser Katheter eine der wesentlichen Voraussetzungen für eine störungsfreie Chemotherapie ist.

Chirurgische Resektion

In den meisten Fällen erfolgt die Operation bösartiger Tumore im Rahmen einer fächerübergreifenden Behandlung zusammen mit den Kinderonkologen und anderen beteiligten Fachbereichen. Eng arbeiten wir hier insbesondere mit unseren Kollegen an der Universitätsklinik Regensburg zusammen.

Die häufigsten soliden Tumore im Kindesalter sind das Neuroblastom, Keimzelltumore, Nephroblastom, Hepatoblastom, Weichteilsarkome und Knochentumore. Aber auch Tumore des Erwachsenenalters wie Hautkrebs oder Darmkrebs können bereits im Kindesalter auftreten. Diese diagnostizieren und behandeln wir jeweils im Rahmen vorgegebener nationaler Studienprotokolle, ebenso übernehmen wir die Nachsorge. Unser besonderes Augenmerk liegt bei der Entfernung großer Tumore auf dem Funktionserhalt der angrenzenden oder mitbetroffenen Organe. Mit unseren Möglichkeiten der sakralen Nervenstimulation (SNS) können beispielsweise Steißbeinteratome unter größtmöglicher Schonung der Schließmuskelfunktion der Harnblase und des Mastdarms sicher operiert werden.

Metastasenchirurgie

Absiedlungen jenseits der ursprünglichen Lokalisation können bereits zum Zeitpunkt der Ersterkennung vorliegen oder in gewissem Abstand nach der Erstbehandlung auftreten. Auch hier prüfen wir zunächst sorgfältig, welche Behandlungsverfahren zu welchem Zeitpunkt sinnvoll sind. So kommen auch hier uns Kinderchirurgen Aufgaben in der Diagnostik, in der Katheterimplantation für die Chemotherapie und auch, zumeist nach medikamentöser Vorbehandlung, in der operativen Entfernung von Metastasen zu. 

Interdisziplinäre Fallkonferenzen und Nachsorge

Die bei uns wöchentlich stattfindenden interdisziplinären Fallkonferenzen führen die jeweiligen onkologisch tätigen Fachverteter, auch von außerhalb unseres KUNO-Verbundes, regelmäßig zusammen. Hier werden alle von uns behandelten Patienten einem Expertengremium bestehend aus Kinderonkologen, Kinderradiologen, Neurochirurgen, Strahlentherapeuten, Nuklearmedizinern, Kinderpathologen und weiteren operativen und nichtoperativen Fachkollegen vorgestellt. 

Die spezifische Nachsorge nach überstandener Krebserkrankung ist essentiell und wird von den Kollegen der Kinderonkologie am Universitätsklinikum Regensburg nach festgelegten Intervallen durchgeführt. Die Nachsorgeergebnisse, wie z.B. MRT-Bilder, werden im Rahmen der Fallkonferenzen regelmäßig präsentiert und diskutiert.