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Stuhlinkontinenz

Die Stuhlinkontinenz wird allgemein als Unfähigkeit, den Stuhl zu halten bzw. sich kontrolliert zu entleeren, definiert. Die Ausprägungsgrade des unwillkürlichen Stuhlverlusts sind enorm und reichen von der Stuhlinkontinenz für Winde (Grad I) über die Inkontinenz für flüssigen Stuhl (Grad II) bis zur Inkontinenz für festen Stuhl (Grad III).

Ursachen für eine Stuhlinkontinenz sind vielfältig und beinhalten physiologische Alterungsprozesse, Schäden am Schließmuskel, Geburt oder operative Eingriffe, neurologische Ursachen sowie die Beckenbodensenkung.

Behandlungsmethoden

Neben konservativen Behandlungsoptionen sind in den letzten Jahren sowohl mit der bulking agents-Therapie (Unterspritzung des Schließmuskels durch den After) als auch mit der sakralen Neuromodulation vielversprechende Erfolge erzielt worden.

Bulking agents-Therapie
Bei der bulking agents-Therapie kann der Analkanal z.B. mit Kollagen unterspritzt werden und so eine „mechanische Bremse“ durch eine lokale Vernarbung induziert werden. Das Verfahren kann ohne Narkose erfolgen, die Langzeitergebnisse zeigen eine Wirksamkeit bei der Hälfte der Patienten mit eindeutiger Verbesserung der Lebensqualität.

Unterspritzung des Schließmuskels durch den After

Sakrale Neuromodulation (SNS)

Die sakrale Neuromodulation (Sakrale Neurostimulation bzw. „SNS“) hat ihren festen Stellenwert in der Therapie der Stuhlinkontinenz. Gerade bei Patienten mit proktologischer (z.B. Stuhlinkontinenz) und urologischer Symptomatik (z.B. Drang-Inkontinenz, „überaktive Blase“) erreichen wir funktionell hervorragende Resultate, die im Langzeitverlauf Bestand haben. In den letzten Jahren setzen wir die sakrale Neuromodulation auch bei Stuhlinkontinenz infolge eines anatomischen Sphinkterdefekts (z.B. nach Dammriss bei Geburt) erfolgreich ein. Auch bei Stuhlentleerungsstörung, chronischen Schmerzsyndromen und chronischer Verstopfung ist die SNS wirksam.