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Entzündliche Darmerkrankungen

Zu den häufigsten entzündlichen Darmerkrankungen gehören der Morbus Crohn, die Colitis ulcerosa und die Divertikulitis. An Morbus Crohn erkranken eher jüngere Patienten, während eher ältere Menschen an der Divertikulitis leiden.

Morbus Crohn

Der Morbus Crohn ist eine chronische entzündliche Darmerkrankung. Am häufigsten sind das letzte Segment des Dünndarms (terminales Ileum), Grimmdarm (Kolon) und Mastdarm (Rektum) betroffen, die Erkrankung kann aber auch den gesamten Verdauungstrakt betreffen.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit für beste Behandlungsergebnisse

Nach der Diagnose wird zunächst versucht, die Probleme mit einer medikamentösen Therapie in den Griff zu bekommen. Um eventuelle auftretende Komplikationen rechtzeitig erkennen zu können, arbeiten die Ärzte verschiedener in unserem Haus interdisziplinär zusammen. Das heißt, dass wir die Therapiepläne unserer Patienten gemeinsam mit Internisten/ Gastroenterologen und Radiologen besprechen.

Wann ist ein chirurgischer Eingriff angezeigt?

Ein chirurgischer Eingriff kann zum Beispiel bei einem Loch oder Riss in der Darmwand (Darmperforation), bei Fisteln, bei Abszessen, bei drohendem Darmverschluss oder einem Versagen der konservativen Therapie angezeigt sein. Auch bei chronischen Beschwerden im Sinne von wiederkehrenden (rezidivierenden) Schmerzen und Durchfällen, die sich unter konservativer Therapie nicht bessern, ziehen wir eine chirurgische Behandlung in Betracht. In unserem Haus bieten wir alle etablierten Verfahren und OP-Methoden inklusive der minimal-invasiven Chirurgie. Allerdings arbeiten wir auch nach einem operativen Eingriff eng mit unseren internistischen Kollegen zusammen, denn nur in den wenigsten Fällen ist der Morbus Crohn allein durch eine chirurgische Operation geheilt.

Colitis ulcerosa

Die Colitis ulcerosa zählt ebenfalls zu den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, wobei hier nur der Dickdarm betroffen ist. Wie auch beim Morbus Crohn legen wir auch bei der Behandlung der Colitis ulcerosa großen Wert auf eine interdisziplinäre Zusammenarbeit, um eine optimale Versorgung unserer Patienten zu gewährleisten. Die primäre Therapie ist medikamentös. Eine operative Therapie ist bei Komplikationen, zum Beispiel bei einem Loch oder Riss in der Darmwand (Darmperforation), bei einem toxischen Megakolon oder bei einem Versagen der konservativen Therapie erforderlich. Auch bei der chirurgischen Therapie der Colitis ulcerosa bieten wir alle gängigen Operationsverfahren an.

Divertikulitis

Was versteht man unter einer Divertikulitis?

Als Divertikel bezeichnet man in der Medizin birnen- oder sackförmigee Ausstülpungen der Wände von Hohlorganen, wie beispielsweise des Darms. Gehäuft treten Divertikel vor allem im S-förmigen Ende des linken Dickdarms (Sigma) auf. Das alleinige Vorhandensein von Divertikeln hat keinen Krankheitswert. Unter einer Divertikulitis hingegen versteht man eine Entzündung von divertikeltragenden Anteilen des Dickdarms (Sigma).

Wie wird eine Diverikulitis therapiert?

Die primäre Therapie der unkomplizierten Divertikulitis ist konservativ. Sie erfolgt durch Nahrungskarenz und einer medikamentösen Behandlung durch Antibiotika (Antibiose).

Bei Komplikationen, zum Beispiel bei einem Loch oder einem Riss in der Darmwand (Darmperforation), bei Fistelbildung, Abszessbildung und drohendem Darmverschluss (Stenosierung) ist oftmals eine chirurgische Therapie erforderlich. Dabei entfernen wir letztendlich den betroffenen Darmabschnitt.

Zur Vermeidung oben genannter Komplikationen empfehlen wir nach einer zweimaligen Divertikulitis eine Entfernung des divertikeltragenden Darmabschnittes (elektive Sigmaresektion). Bei einem schweren ersten Schub und bei Patienten in jungem Alter (< 50 Jahre) raten wir bereits nach dem ersten Schub zu einer Sigmaresektion. Wo immer möglich wenden wir - einhergehend mit den Empfehlungen der Fachgesellschaften – eine minimal-invasive Technik an.