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Schmerztherapie

Schmerzen sind eine natürliche Reaktion des Körpers auf große Belastungen, Verletzungen oder Entzündungen. Bereits beim Narkosevorgespräch wird der Narkosearzt mit Ihnen über das geplante Konzept zur Schmerztherapie bei Ihnen oder Ihrem Kind sprechen. Selbstverständlich berücksichtigen wir dabei akute Schmerzen, chronische Schmerzen oder Vorerfahrungen Ihrerseits.

Geburtshilfliche Regionalanästhesie / PDA

Werdenden Müttern bieten wir auf Wunsch zur schmerzarmen Geburt an unserer Frauen- und Kinderklinik St. Hedwig in Regensburg die Periduralanästhesie  (PDA) an.

Was versteht man unter einer sogenannten geburtshilflichen PDA?
Die PDA ist eine rückenmarksnahe Betäubung und wird von unseren Narkoseärzten angelegt. Mit Hilfe der PDA können Sie trotz Schmerzerleichterung aktiv bei der Geburt mitarbeiten. Dabei wird ein Medikament zur örtlichen Betäubung in den Periduralraum/ im Bereich der Lendenwirbel eingespritzt. Dies führt zur Ausschaltung der schmerzleitenden Nerven, die zum Rückenmark ziehen. Dadurch wird eine deutliche Reduktion von Wehenschmerzen erreicht. Über eine computergesteuerte Pumpe kann die Schwangere das Schmerzmittel selbst dosieren. Die Entspannung der Mutter begünstigt den Geburtsverlauf.

Bei über 2.000 Geburten pro Jahr in der Klinik St. Hedwig setzen wir circa 750 Periduralanästhesien in der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe ein.

Bitte beachten Sie
Für die Durchführung einer PDA brauchen wir immer die persönliche Einwilligung der Gebärenden. Deshalb raten wir, dass sich schwangere Frauen bereits im Vorfeld mit dem Thema PDA auseinandersetzen.

Schmerztherapie nach Operationen

Im Bereich der postoperativen Schmerztherapie stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, die wir an den individuellen Bedürfnissen unserer Patienten ausrichten.

Medikamentöse Therapie

Zur Ergänzung der bereits während der Operation begonnenen Schmerztherapie wird im Aufwachraum die Medikation mit Schmerzmitteln ergänzt und/oder erweitert. Dabei stehen Medikamente in Form von Tabletten, Infusionen, Pflaster, Zäpfchen oder Tropfen zur Verfügung.

Schmerzpumpe

Es gibt auch die Möglichkeit, Schmerzmittel über die Vene mittels computergesteuerter Pumpe (PCA-Pumpe) zu dosieren. Dabei können sich die Patienten mittels Druckknopf selbst bedienen, wobei ein Regelkreis eine Überdosierung verhindert. Dieses Verfahren kann auch schon bei Kindern ab circa 6 Jahren angewendet werden.

Regionalanästhesie

Als besonders wirksam hat sich die Regionalanästhesie erwiesen. Dabei werden entweder Nerven direkt betäubt (z.B. Plexusanästhesie) oder Schmerzbahnen zum Rückenmark betäubt (z.B. Kaudal- und Periduralanästhesie). Manchmal legen wir auch Katheter in die Nervengegend ein, damit die Patienten nach Operationen mehrere Tage von der Schmerztherapie profitieren.

Kaudalanästhesie (KDA)

Die Kaudalanästhesie (KDA) ist eine sehr häufig bei Kindern verwendete Form der Regionalanästhesie. Hierbei wird während der Narkose einmalig Betäubungsmittel in den Bereich des Steißbeines, in den sogenannten Kaudalraum, eingespritzt. Dadurch haben die Kinder nach einer Operation deutlich weniger Schmerzen.

Periduralanästhesie (PDA)

Die Periduralanästhesie (PDA) setzen wir nicht nur bei der Geburtshilfe ein, sie ist auch eine häufig verwendete Form der Regionalanästhesie zur Linderung postoperativer Schmerzen. Hierbei wird Betäubungsmittel über einen liegenden Plastikschlauch, den sogenannten  Periduralkatheter (PDK), im Bereich der Wirbelsäule eingespritzt. Dadurch haben die Patienten unter der Geburt oder nach Operationen, z.B. im Bereich von Bauch, Becken oder Unterleib, deutlich weniger Schmerzen. Bei einem geplanten Kombinationsverfahren wird der Periduralkatheter bei erwachsenen Patienten vor der Narkoseeinleitung gelegt, bei Kindern erfolgt die Anlage unter Ultraschallkontrolle während der Narkose. Der Periduralkatheter kann nach der Operation für mehrere Tage liegen bleiben, so dass Sie oder Ihr Kind von diesem Verfahren der Schmerztherapie maximal profitieren können.

Spinalanästhesie (SPA)

Die Spinalanästhesie (SPA) ist eine häufig in der Geburtshilfe zum Kaiserschnitt (Sectio caesarea) verwendete Form der Regionalanästhesie. Hierbei wird nach Betäubung der Haut einmalig Schmerz- und Betäubungsmittel im Bereich der Wirbelsäule in den Spinalraum eingespritzt. Durch die selektive Ausschaltung der Schmerzempfindung durch die SPA bleiben Sie bei diesem Verfahren wach und können so mit Ihrem Partner zusammen die Geburt Ihres Kindes erleben.

Wir sind für Sie da!

Wir besuchen unsere Patienten, die nach einer Operation Schmerztherapie in Form eines Schmerzkatheters oder einer Schmerzpumpe benötigen, mindestens zweimal am Tag. Dabei messen wir, bei kleinen Kindern auch spielerisch, die Schmerzintensität und passen die Dosierung dem Befinden des Patienten an. Zusätzlich überprüfen wir bei der Schmerzvisite die Katheterstellen und technischen Geräte.

24-Stunden Akuter Schmerzdienst

Zur Betreuung unserer Patienten mit Schmerzen ist in unserem Krankenhaus St. Hedwig in Regensburg ein Anästhesist rund um die Uhr für Sie erreichbar.

Chronische Schmerzen

Für Patienten mit chronischen Schmerzen arbeiten wir im Rahmen der Narkosevoruntersuchung unter Berücksichtigung der vorbestehenden Medikamenteneinnahme ein individuelles Narkose-/ Schmerztherapieverfahren aus.