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Bösartige Tumore des Rippenfells – Mesotheliom

Was ist ein Mesotheliom?

Das maligne Mesotheliom ist eine seltene Krebsform des Rippenfells (Pleura).

Was sind mögliche Ursachen für ein Mesotheliom?

Mesotheliome werden fast immer durch Kontakt mit Asbestfasern verursacht. Bei denjenigen, die direkt mit Asbest oder -produkten gearbeitet haben, besteht das größere Risiko der Entwicklung von Mesotheliomen. Das Auftreten der Erkrankung erfolgt meist erst 20 Jahren und später nach Aussetzung mit asbesthaltigen Werkstoffen. Die Häufigkeit  des Mesothelioms nimmt in ganz West-Europa zu, ein Höhepunkt wird zwischen 2010 und 2020 erwartet.

Was sind mögliche Symptome für eine Erkrankung?

Frühe Mesotheliom-Symptome sind Kurzatmigkeit, Brustschmerzen und anhaltender Husten. In den fortgeschrittenen Formen treten bei 95 % aller Patienten Flüssigkeitsansammlungen im Rippenfell auf.

Wie wird ein Mesotheliom diagnostiziert?

Der Verdacht auf ein Mesotheliom wird durch bildgebende Verfahren, wie z.B. durch Röntgen- und CT-Untersuchungen des Brustkorbs oder durch eine Kernspintomographie gestellt.

Auch zytologische/ histologische Untersuchungen, also feingewebliche Untersuchungen der Tumorzellen/-gewebes, kommen zum Einsatz. In den meisten Fällen ergibt eine Nadel- oder eine operative Biopsie die richtige Diagnose. Die operative Gewebeentfernung wird meist durch Videothorakoskopie („Schlüssellochchirurgie”) durchgeführt

Zu Diagnostik gehört auch die Suche nach eventuellen Tochtergeschwülsten in anderen Organen und Lymphknoten, so genannte Metastasen. Dazu dient z.B. die Positronen-Emissions-Tomographie (PET). Die Spiegelung des Mittelfelds (Mediastinoskopie) ist ein operatives Verfahren, bei dem die Lymphknoten neben der Luftröhre feingeweblich untersucht werden. Nach diesen Untersuchungen kann die Ausdehnung/das Stadium des Mesothelioms bestimmt werden.

Welche Operationsverfahren kommen in Frage?

Je nach allgemeinem Gesundheitszustand des Patienten setzen wir verschiedene Operationsverfahren ein.

Die Operation beinhaltet die Entfernung des tumortragenden Rippenfells. In Abhängigkeit vom Ausmaß des Tumorwachstums werden auch Resektionen an  Herzbeutel und Zwerchfell  durchgeführt. Herzbeutel und Zwerchfell werden mit einem Kunststoffnetz ersetzt. Bei jüngeren Patienten (< 60 Jahre) wird bei gutem Allgemeinzustand und ungünstigem Tumorwachstum auch der betreffende Lungenflügel entfernt.

Bei Patienten, die für umfangreiche Resektionsverfahren nicht in Frage kommen, wird zur Linderung der Atemnot eine Verödung des Rippenfellraums durchgeführt. Dies erfolgt durch die Gabe von Talkpulver in den Brustkorb. Die Verklebung des Rippenfellraums verhindert das ständige Nachlaufen eines Ergusses und führt somit zur Verbesserung der Luftnot.

Wie kann mir eine Chemotherapie/Strahlentherapie helfen?

Beide Therapieformen werden in Verbindung mit einer Operation verwendet, um mikroskopisch gestreutes Tumorgewebe zu entfernen. Vor der Operation wird die Chemotherapie genutzt, um den Tumor schrumpfen zu lassen. Die Strahlentherapie hat sich auch als wirksam zur Prävention der Streuung des Tumors an den Biopsiestellen oder an der Einführungsstelle der Brustkorbdrainage erwiesen.