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Trichterbrust und Kielbrust

Was versteht man unter einer Trichterbrust?

Unter einer Trichterbrust (Pectus excavatum) versteht man eine angeborene, krankhafte Veränderung des Brustkorbs. Durch Veränderungen in den Knorpelverbindungen zwischen Brustbein und Rippen sinkt der vordere Teil des Brustkorbes trichterförmig ein. Diese Brustkorbdeformität kann sich im Laufe des Wachstums, vor allem in der Pubertät, verstärken. Die Trichterbrust weist symmetrische und asymmetrische Erscheinungsformen auf.

Was versteht man unter einer Kiel- oder Hühnerbrust?

Bei der Kiel- oder Hühnerbrust (Pectus carinatum) wölben sich die Knorpelverbindungen zwischen Brustbein und Rippe nach vorn.

Was können mögliche Folgen von Trichter- oder Kielbrust sein?

Die Folgen einer Trichterbrust sind meist mehr subjektiver denn objektiver Natur: Die meisten Patienten berichten über eine kosmetische Entstellung ihres Brustkorbes. Damit liegt bei vielen Betroffenen ein hoher seelischer Leidensdruck vor, der gerade ab Pubertätsbeginn zunehmende soziale Isolation erzwingen vermag.  Gerade dadurch besitzt die psychische Seite der Symptomatik ernstzunehmenden Krankheitswert.

Nur sehr selten kommt es bei höhergradiger Ausprägung zur Funktionsbeeinträchtigung der Herz- und Lungenfunktion. Auch werden körperliche Fehlhaltungen der betroffenen Menschen beobachtet. Daneben sind Fehlentwicklungen der weiblichen Brust häufig.

Wie wird eine Trichter- oder Kielbrust diagnostiziert?

Über eine umfassende körperliche Untersuchung können wir das Ausmaß der Deformität erfassen. Wichtig im Hinblick auf die mögliche Operationsstrategie ist die Beurteilung der Symmetrie des Befundes. Bei stark asymmetrischer Trichterbrust, ebenso wie bei ausgeprägter Kielbrust, eignet sich die minimal-invasive Operationstechnik nach NUSS nicht.

Wann kommt die minimal-invasive Operation nach Nuss für mich in Frage?

Voraussetzung zur Anwendung der minimal-invasiven und dadurch schonenderen Operationstechnik nach Nuss ist eine symmetrische Trichterbrust bei Kindern, Jugendlichen und inzwischen auch Erwachsenen bis zum Alter von ungefähr 35 Jahren.

Bei der so genannten Nuss-OP wird durch zwei kleine Schnitte an den Seiten unter den Achseln ein individuell ausgemessener und vorgebogener Metallbügel unter das Brustbein geschoben. Dieser drückt das eingesunkene Brustbein und die betroffen Rippen nach außen. Der Bügel wird seitlich fixiert. In manchen Fällen werden auch zwei oder drei Bügel eingebracht. Das Ergebnis ist sofort sichtbar. Meist bleibt der Bügel für zwei Jahre im Körper und wird dann operativ entfernt, bei älteren Patienten ist eine längere Verweildauer erforderlich.

Wann kommt eine offene Operation nach Ravitch für mich in Frage?

Bei der offenen Operation nach Ravitch wird der Brustkorb durch einen vertikalen oder horizontalen Schnitt geöffnet. Anschließend werden die deformierten Knorpelanteile der deformierten Rippen entfernt. Das Brustbein wird quer angesägt und danach angehoben und von hinten mit einem Metallbügeln fixiert. Danach wird der Brustkorb wieder geschlossen. Der Metallbügel kann nach 12 Monaten entfernt werden.