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Erkrankungen der Prostata

Gutartige Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie, BPH)

Bei der sogenannten benignen Prostatahyperplasie handelt es sich um eine gutartige Vergrößerung der Prostata bzw. des Prostatagewebes. Diese kann mit und ohne Symptome verlaufen.
Die Prostata ist direkt unterhalb der Harnblase gelegen. Der erste Teil der männlichen Harnröhre verläuft durch dieses Organ. Sie stellt beim Samenerguss Nährstoffe für die Spermien zur Verfügung und ist somit für die Fortpflanzung auf natürlichem Weg ein wichtiges Organ. Unter dem Einfluss von Testosteron wächst dieses Organ im Laufe der Jahre nach der Pubertät an. Es kann zu einer Einengung der Harnröhre und Abflussbehinderung des Urins führen. Die Symptome einer vergrößerten Prostata können sich in starkem und plötzlichem Harndrang (Urgency), aber auch in einer Abschwächung des Harnstrahls (Obstruktion) bis hin zur Unmöglichkeit Wasserzulassen (Harnverhalt) äußern.

Diagnostik

Um Größe und Beschaffenheit der Prostata festzustellen, können folgende Methoden angewandt werden:

  • Lebensqualitäts- und Symptomenscore
  • Urinuntersuchung, Blutuntersuchung
  • Tastuntersuchung durch den Enddarm
  • Ultraschalluntersuchung von Niere, Blase und Prostata
  • Harnstrahlmessung, Restharnmessung
  • Urodynamische Untersuchung in speziellen Fällen

Therapie

  • Medikamentöse Therapie zur Erleichterung des Urinflusses
  • Operative Therapie bei Restharnbildung: Aushobeln der Prostata durch die Harnröhre (transurethrale bipolare Resektion-TUR)
  • Entnahme von Gewebe mittels Laser (Laserenukleation) zur feingeweblichen Untersuchung
  • Bauchdecken- oder Harnröhrendauerkatheters bei Patienten, die nicht operationsfähig sind
  • Ausschälen von gutartigen Geschwulsten über 100 Gramm (Adenomenukleation)

Durch modernste Ausstattung können wir Ihnen die für Sie beste Therapiemethode anbieten. In jedem Fall erfolgt die Therapie blutungsarm, mit geringen operativen Risiken. Wir beraten Sie gerne im Rahmen eines Termins in unserer Praxis.

Prostatakrebs

Der Prostatakrebs (Prostatakarzinom) zählt zu den häufigsten bösartigen Tumorerkrankungen beim Mann und stellt die zweithäufigste tumorbedingte Todesursache des Mannes dar. Das Krankheitsrisiko steigt mit zunehmendem Alter, auch besteht eine familiäre Häufung.

Vorsorgeuntersuchung

Gerade beim Prostatakrebs ist oft die Vorsorgeuntersuchung entscheidend, da im Anfangsstadium  keine Symptome auftreten. Vorsorgeuntersuchungen werden bei Männern ab dem 45. Lebensjahr in jährlichem Abstand empfohlen.

Ablauf der Vorsorgeuntersuchung

  • Blutentnahme und Urinuntersuchung,
  • PSA-Wertbestimmung (keine Kassenleistung)
  • rektale Untersuchung
  • Ultraschall der Prostata (keine Kassenleistung)

Ist nun der PSA-Wert wiederholt erhöht oder die transrektale Untersuchung auffällig, muss eine Gewebeprobeentnahme (Biopsie) der Prostata erfolgen, da nur diese genaue Hinweise auf das Vorliegen einer bösartigen Geschwulst liefern kann. Eine Kernspinuntersuchung kann ggf. zu einer genaueren Lokalisationsdiagnostik verwendet werden. Sie ist jedoch kein Standard und kann ein Karzinom weder bestätigen noch ausschließen.

Therapie

Die Behandlung des Prostatakarzinoms hängt im Weiteren von mehreren Faktoren ab und richtet sich derzeit nach den Empfehlungen einer interdisziplinären Expertenkommission, festgelegt in den S3 Leitlinien Prostatakarzinom.
Abhängig vom Alter des Betroffenen, dem PSA-Wert, dem klinischem Untersuchungsbefund, dem Befund der Gewebeuntersuchung (Gleason-Score - er liefert Information bzgl. der Anzahl der betroffenen Biopsien und dem Anteil des Karzinoms in den Biopsien) sowie den Begleiterkrankungen und Beschwerden werden zunächst weitere Umfelduntersuchungen (Staging) zur Abklärung möglicher Absiedlungen (Metastasen) erforderlich.
Mit den Ergebnissen dieser Untersuchungen können dann individuell in einem ausführlichen Gespräch die Therapieoptionen mit dem Patienten besprochen, geplant und eingeleitet werden.

Therapiemöglichkeiten beim lokal begrenzten Prostatakarzinom

  • Abwartendes Beobachten (Watchful Waiting)
  • Aktive Überwachung (Active Surveillance)
  • Operative Entfernung der Prostata (radikale Prostatektomie)
  • Bestrahlungstherapie
  • Hormonentzugsbehandlung (medikamentös oder operativ)
  • andere therapeutische Methoden (Hyperthermie, Kryotherapie, HIFU, Protonenbestrahlung)

Therapiemöglichkeit beim lokal fortgeschrittenen oder metastasiertem Prostatakarzinom

  • abwartendes Beobachten (Watchful Waiting)
  • Operative Therapie durch Entfernung der Prostata (radikale Prostatektomie)
  • Bestrahlungstherapie
  • Hormonentzugsbehandlung (medikamentös oder operativ)
  • Chemotherapie (nach Ausbleiben des Ansprechens auf die Hormonentzugsbehandlung)
  • Behandlung der Metastasen und der durch sie verursachten Beschwerden (symptomorientiert)

Die Behandlung des Prostatakarzinoms erfordert in bestimmten Fällen die Zusammenarbeit mehrerer Fachgebiete. Da sämtliche erforderlichen Fachdisziplinen in unserem Hause ansässig sind, können Beratungs- und Behandlungstermine für Sie schnell und unkompliziert vereinbart werden. Auch die Nachbehandlung und Nachkontrollen lassen sich somit zeitnah sicherstellen.

Im Onkologischen Zentrum des Krankenhauses Barmherzige Brüder haben sich zahlreiche Spezialisten für die Behandlung von Patienten mit Krebserkrankungen mit dem gemeinsamen Ziel zusammengeschlossen, Betroffenen mit allen Möglichkeiten der Heilung, Linderung und einer aufrichtigen Fürsorge in dieser für sie schweren Zeit zur Seite zu stehen.
Informationen von Selbsthilfegruppen finden Sie unter:
http://www.prostatakrebs-shg-rbg-opf.de/

Die operative Therapie hat das Ziel, das erkrankte Organ komplett zu entfernen und gleichzeitig einen Überblick über eine möglicherweise vorhandene Metastasierung der Lymphknoten zu geben. Die Operation gibt Ihnen als einzige Methode einen eindeutigen Beweis über das Stadium der Erkrankung und damit die Möglichkeit eine weitere notwendige Therapie einzuleiten. Durch die große operative Erfahrung können wir Ihnen nervschonende Techniken und potenzerhaltende Verfahren mit sehr guter Frühkontinenz anbieten.

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