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Erkrankungen der Niere

Nierentumore

Das Nierenzellkarzinom macht zwei bis drei Prozent aller Karzinome aus. Es ist der dritthäufigste urologische Tumor. Jährlich wächst die Zahl der Neuerkrankungen um zwei Prozent. Betroffen sind meist Menschen zwischen fünfzig und siebzig Jahren, davon Männer 1,5 mal häufiger als Frauen. Als Ursachen für die Entstehung des Karzinoms sind Rauchen, Übergewicht und Bluthochdruck zu nennen. Mehr als die Hälfte der Tumore werden zufällig mittels Ultraschall oder Computertomographie festgestellt. Symptome treten erst im fortgeschrittenen Stadium auf (blutiger Urin, Flankenschmerzen und tastbarer Tumor). 95 Prozent der Nierentumore sind bösartig.

Diagnostik

Bildgebende Verfahren:

  • Ultraschall zur Beurteilung der Nieren
  • Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) zur genauen Darstellung der Tumorausdehnung lokal und in der Umgebung
  • Röntgenuntersuchung der Lunge zum Ausschluss von Lungenmetastasen

Therapie

Operative Entfernung


Erst eine operative Entfernung kann abklären, ob ein Tumor gut- oder bösartig ist. In den meisten Fällen (70 Prozent) kann heute eine nierenerhaltende operative Entfernung des Tumors erfolgen.

Die minimalinvasive Therapie der Nierentumoren ist bei uns Standard. Nur bei ungünstiger Lage, besonderer Größe des Tumors oder bei Befall der großen Gefäße erfolgt der Eingriff offen chirurgisch. Auch Tumore mit Ausbreitung in die große Hohlvene bis in den Brustkorb können aufgrund der großen operativen Expertise sicher entfernt werden.

Nierenbecken- und Harnleiterkarzinome

Bei bösartigen Erkrankungen des Nierenbeckens (Urothelkarzinom) ist häufig eine Entfernung der Niere mit dem gesamten Harnleiter und der Harnleitermündung in der Blase auf der betroffenen Seite erforderlich. Bei Karzinomen des Harnleiters kann dieser, bei günstiger Lage des Tumors, auch partiell entfernt und mittels Ersatz operativ rekonstruiert werden.

Bei fortgeschrittenen oder metastasierten Nierentumoren ist eine zusätzliche Therapie erforderlich, die neben einer möglichen operativen Entfernung von Metastasen eine systemische medikamentöse Therapie beinhaltet. Diese Behandlung wird in enger Zusammenarbeit mit den Kollegen der Chirurgie und der Onkologie im Hause durchgeführt.

Nierenmissbildungen

Missbildungen der Nieren sind relativ häufig. Sie kommen bei etwa drei bis vier Prozent aller Neugeborenen vor. Die Wenigsten bedürfen, abgesehen von regelmäßigen urologischen Kontrollen, einer weiteren operativen Therapie. Erst wenn durch die Missbildungen der Niere eine Funktionseinschränkung oder Beschwerden auftreten, ist eine Therapie erforderlich.

Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis)

Als Pyelonephritis bezeichnet man die Entzündung des Nierenbeckens mit Beteiligung der Niere. Sie kann akut oder chronisch, mit oder ohne Harnabflussstörung auftreten. Die klassischen Symptome der Nierenbeckenentzündung sind Flankenschmerzen, begleitet von Fieber, Schüttelfrost und einem ausgeprägtem Krankheitsgefühl. Gleichzeitig kann eine Blasenentzündung mit starkem, häufigem Harndrang und Schmerzen beim Wasserlassen auftreten. Häufig liegt die Ursache in einer Harnabflussstörung des Urins aus der Niere. Hier sollte eine Ultraschalluntersuchung zur Kontrolle erfolgen. Bei wiederholten Nierenbeckenentzündungen sind weitere Untersuchungen zur Abklärung der Ursache erforderlich.

Diagnostik

  • körperliche Untersuchung
  • Urinuntersuchung
  • Blutuntersuchung
  • Kontrolle durch Ultraschall

Therapie

Bei einer schweren Nierenentzündung ist eine antibiotische Therapie notwendig, um bleibende Schäden der Niere zu verhindern. In bestimmten Situationen ist hierzu auch eine stationäre Behandlung erforderlich.

Nierenverletzungen

Nierenverletzungen treten meist im Rahmen eines Unfalles auf. Neben Schmerzen können auch Blutbeimengungen im Urin auf eine Nierenverletzung hindeuten. In 90 Prozent der Fälle kann die Niere erhalten werden.

Diagnostik

  • Besprechen der Krankheitsgeschichte und Klärung des Unfallherganges
  • Ultraschalluntersuchung und weitere Schichtbilduntersuchungen (CT-Diagnostik) können das Ausmaß der Nierenverletzung aufzeigen, um die weitere Therapie festzulegen.

Therapie

  • Urinableitung durch eine innere Harnleiterschiene bei Verletzungen des Nierenholsystems oder des Harnleiters
  • offene operative Versorgung bei ausgeprägter Verletzung des Nierenfunktionsgewebes oder der Nierengefäße
  • konservatives Vorgehen unter enger stationärer, teils intensivmedizinischer Überwachung bei geringerer Verletzung
  • Kontrollen der Nierenleistung und des Blutdruckes, um langfristige Folgen einer Nierenverletzung zu vermeiden

Harnleitererkrankungen

Als mögliche Erkrankungen des Harnleiters (Ureters) sind ausgeprägte Harnabflussstörungen aus der Niere, bedingt durch eine Verengung des Harnleiterabganges aus der Niere (Ureterabgangsenge), eines blockierenden Harnleitersteines oder durch Tumore zu nennen. Gelegentlich kann auch eine Veränderung im hinteren Bauchraum zu einer Abflussstörung des Urins führen.
Eine unphysiologische Einmündung des Harnleiters in die Blase kann ebenso zu einer Störung des Urinabflusses aus der Niere führen, wie umgekehrt, ein Rückfluss des Urins von der Blase zurück über den Harnleiter bis hin zur Niere.

Diagnostik

  • Besprechung der Krankheitsgeschichte
  • Ultraschalluntersuchung, radiologische Untersuchungen und Funktionsprüfungen (Ausscheidungsurographie, Miktionszysturethrogram, retrograde Kontrastmitteluntersuchung, CT-Untersuchung und Nierenfunktionsprüfung)

Therapie

  • nicht-operative Behandlungsmethoden mittels starrer oder flexibler Instrumente zur Spiegelung des Harnleiters und bei Abflussstörungen
  • offen chirurgische oder laparoskopische Therapie (Bauchspiegelung) bei Fehlbildungen bedingt durch Harnleitersteine oder Tumore (z.B. Nierenbeckenplastik, Harnleiterneuimplantation).

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