Sie sind hier: Plastische, Hand- und wiederherstellende Chirurgie/Handchirurgie/Sehnenscheidenengen/

Sehnenscheidenengen

Bei den Sehnenscheidenengen werden folgende Verengungen unterschieden:

  • Schnellender oder schnappender Finger bzw. Daumen (Tendovaginitis stenosans)
  • So genannter „Hausfrauendaumen“ (Tendovaginitis stenosans de Quervain)

Schnellender Finger (Tendovaginitis stenosans)

Was versteht man unter einem schnellenden Finger?

Beim schnellenden Finger handelt es sich um ein häufiges Krankheitsbild der Hand. Dabei blockiert der betroffene Finger in Beugestellung und kann nur gegen stärkeren Schmerz und verbunden mit einem erneuten Schnappen zurückgleiten. Häufig muss der Patient die gesunde Hand zur Hilfe nehmen, um den betroffenen Finger passiv zu strecken. Häufig sind Frauen über 50 Jahre sind betroffen.

Was sind die Ursachen eines schnellenden Fingers?

Der schnellende Finger wird häufig durch eine chronische Überbelastung oder eine entzündliche Einengung der Sehnenscheide verursacht. Auch eine Verdickung der Sehnen kann ein Schnapp-Phänomen nach sich ziehen. Die Symptome können auch im Rahmen einer chronischen Polyarthritis, bei Gicht oder anderen Stoffwechselerkrankungen, wie beispielsweise Diabetes mellitus, auftreten. Oft ist der Daumen betroffen, es kann aber auch jeder andere Finger Probleme bereiten.

Wie wird ein schnellender Finger diagnostiziert?

In der Regel sichert die körperliche Untersuchung die Diagnose. Um knöcherne Veränderungen auszuschließen, sollte vor einer geplanten Operation zusätzlich eine Röntgenuntersuchung erfolgen.

Wie kann man den schnellenden Finger konservativ behandeln?

Wenn der Schnappfinger erst seit kurzem besteht, kann abgewartet werden, ob ein eventuell vorhandener Reizzustand und eine damit einhergehende Verdickung der Sehnenscheide wieder abklingen. An konservativen Behandlungsmöglichkeiten kommen dabei Ruhigstellung, die Gabe entzündungshemmender Medikamente oder lokale Eisanwendung in Frage. 

Wann ist eine Operation angezeigt?

Wenn die konservative Therapie nicht zum Erfolg führt, die Beschwerden des Patienten zu stark sind oder der betroffene Finger in Beuge- oder Streckstellung fixiert ist, sollte man eine Operation in Erwägung ziehen. Bei dem Eingriff handelt es sich um eine sehr kleine und risikoarme Operation, die wir in der Regel ambulant in Lokal- oder Armanästhesie durchführen. Dabei wird über einen kleinen Schnitt das Ringband gespalten und ggf. das entzündliche veränderte und verdickte Sehnengleitgewebe entfernt.

Wann bin ich nach der Operation wieder fit?

In der Regel können die Patienten die Klinik noch am Tage des Eingriffs wieder verlassen. Die Wundschmerzen sind normalerweise gering. Der operierte Finger sollte in den ersten Tagen bewegt, jedoch nicht belastet werden. Nach einigen Tagen ist der Finger wieder voll einsetzbar.

„Hausfrauendaumen oder „SMS-Daumen“ (Tendovaginitis stenosans de Quervain)

Was versteht man unter dem so genannten „Hausfrauendaumen“ bzw. der Tendovaginitis stenosans de Quervain?

Der so genannte „Hausfrauendaumen“ ist eine Variante des schnellenden Fingers. Bei der Tendovaginitis de Quervain handelt es sich um eine einengende Sehnenscheidenentzündung im Bereich des Übergangs vom Unterarm zur Hand.

Bei der Tendovaginitis stenosans de Quervain bewirkt eine Schwellung der Sehnenscheiden am daumenseitigen Handgelenk eine relative Enge im ersten Strecksehnenfach. Dieses führt zu Schmerzen im genannten Areal und erneut zu einer Reizung der Sehnenscheide, woraufhin sich die Beschwerden wiederum verstärken.

Wie kommt es zum so genannten „Hausfrauendaumen“?

Zu einer Tendovaginitis stenosans de Quervain kann es durch Überbelastung, Sehnenscheidenreizung und bei einer gewissen individuellen Neigung kommen. Die deutsche Bezeichnung trägt der Tatsache Rechnung, dass Frauen deutlich häufiger betroffen sind als Männer. Ein gehäuftes Auftreten wird bei Müttern beobachtet, die häufig ein Baby mit kraftvoller Daumenbeugung halten, sowie neuerdings bei extrem häufigem Tippen von SMS-Nachrichten.

Wie kann man den so genannten „Hausfrauendaumen“ ohne Operation behandeln?

Zunächst sollte man die schmerzauslösenden Bewegungen vermeiden. Zusätzlich können Ruhigstellung, lokale Eisanwendung, entzündungshemmende Salben oder Tabletten sowie gezielte Kortisoninjektionen helfen.

Wann ist eine Operation des Tendovaginitis stenosans de Quervain angezeigt?

Falls die konservativen Maßnahmen nicht zum Erfolg führen, empfehlen wir die operative Therapie des Tendovaginitis stenosans de Quervain. Ähnlich zur Operation des schnellenden Fingers wird auch dieser Eingriff ambulant in Lokal- oder Armanästhesie vorgenommen. Um den sensiblen Nervenast für das Gefühl an der Daumenrückseite zu schonen, führen wir den Eingriff mit Lupenbrillenvergrößerung durch.

Wann bin ich nach der Operation wieder fit?

Die typische Schmerzsymptomatik verschwindet nach der Operation, die ausstrahlenden Schmerzen bessern sich nach einigen Tagen. Narbenbeschwerden können noch bis zu acht Wochen nach dem Eingriff auftreten. Ihren endgültigen Zustand erreicht die Narbe etwa zwölf Monate nach der Operation. Unabhängig davon sollte die Hand zwei bis drei Wochen nach dem Eingriff im Alltag wieder voll einsetzbar sein.